Während wir uns im letzten Artikel mit den inneren Parasiten beschäftigt haben, geht es diese Woche um Zecken beim Pferd, einen der gefährlichsten äußeren Parasiten.

Wieso so ein winziges Tier auch für ein großes Pferd gefährlich sein kann und was du dagegen tun kannst, zeigen wir dir heute.

Zecke bei Pferden

Das wichtigste über die Zecke

Zecken gehören zu den Spinnentieren und haben daher 8 Beine und 2 Körperabschnitte. Doch anders als die Spinnen, die du sonst kennst, ernähren sich die Zecken von Blut. Sowohl Männchen als auch Weibchen stechen, jedoch saugen erstere nur für Nahrung. Die Weibchen stechen zusätzlich auch zur Eierbildung und brauchen deutlich mehr Blut. Dieses müssen beide von anderen Tieren absaugen. 

Dazu lauern sie im hohen Gras oder an niedrigen Sträuchern auf ein Opfer. Im Vorbeigehen können sie sich dann festkrallen. Dort suchen sie sich dann eine Stelle zum Zustechen, vorzugsweise eine, wo die Haut sehr dünn und wenig behaart ist. Wenn sie sich einmal festgebissen haben, lassen sie nicht mehr freiwillig los, da sie sich fest verhaken.

Erst wenn sie genug Blut gesaugt haben, werden sie wieder von ihrem Wirt ablassen. Doch bis es soweit ist, kann die Zecke bereits viel Schaden anrichten. 

Zecken sind besonders aktiv in den warmen Monaten, also im Frühling und im Sommer. Jedoch sollte man nicht davon ausgehen, dass man in der kalten Jahreszeit vor ihnen sicher ist. Sie sind dann nur inaktiver. Wenn die Temperaturen hoch genug sind, können sie auch dann wieder auf der Suche nach einem Wirt sein.

Gefahren eines Zeckenbefalls

Doch warum ist dieser kleine Parasit so gefährlich? Viele andere Tiere stechen auch, ohne dass es ein großes Problem darstellt.

Das gefährliche an einem Zeckenbefall ist nicht der Stich an sich. Die große Gefahr sind die Krankheitserreger, die die Zecke meist in sich trägt. Diese gelangen beim Blutsaugen in den Körper des Wirts und können sich dort weiter vermehren. Einige davon können sehr schwere Krankheiten auslösen, die mitunter schlimme Folgen haben können.

Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird.

Zu dem Symptomen gehören unter anderem Fieber, Appetitlosigkeit und Antriebslosigkeit. 

Wenn diese Symptome nicht erkannt werden, können im weiteren Verlauf auch schwerere Folgen auftreten, wie Gelenkschäden und Schäden des Nervensystems.

Die Abkürzung steht für „Frühsommer-Meningoenzephalitis„.  Sie wird nicht durch Bakterien, sondern durch Viren ausgelöst.

Die Symptome einer FSME-Erkrankung sind oft grippeähnlich, mit sehr allgemeinen Anzeichen wie z.B. Fieber. Es kann daher schwierig sein, nur anhand der Sympome eine FSME-Erkrankung zu erkennen.

Spätere Folgen sind schwerwiegender, da das Gehirn angegriffen wird. Dadurch kann es zu Schäden des Nervensystems und Hirnhautentzündungen kommen. 

Die Anaplasmose ist wieder eine durch Bakterien übertragene Krankheit. Diese vermehren sich in den weißen Blutkörperchen des Pferdes, die wichtig sind für das Immunsystem. Daher ist dein Pferd womöglich anfälliger für andere Krankheiten.

Weitere Anzeichen für eine Anaplasmose sind zudem wieder sehr allgemeine Symptome wie Fieber und Appetitlosigkeit. Aber auch der Bewegungsapparat oder das Nervensystem kann betroffen sein. Dein Pferd  kann dann lahmen, sehr steif sein oder Gleichgewichtsprobleme haben.

 

Wie du siehst können durch einen Zeckenbefall sehr schwere Folgeschäden auftreten. Da die Symptome oft nicht sehr spezifisch sind, solltest du bei Auffälligkeiten immer sofort den Tierarzt informieren. Der kann dann durch weitere Untersuchungen genauer feststellen, was deinem Pferd fehlt. 

Zecken sind gefährlich, auch für dein Pferd!

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Schutz vor Zecken beim Pferd

Jetzt weißt du, was Zecken genau sind und was sie so gefährlich macht.

Wie kannst du also verhindern, dass dein Pferd sich eine Zecke einfängt? Hierzu gibt es einige Tipps, die du beachten solltest:

  • Halte dich wenn möglich an vorgegebene Wege im Gelände
  • Meide hohes Gras, besonders an feuchten Stellen wie Bächen, Tümpeln und Seen
  • Suche dein Pferd nach jedem Ausritt gründlich nach Zecken ab
  • Verwende ein gut verträgliches Abwehrmittel gegen Zecken

Neben diesen allgemeinen Tipps gibt es zumindest gegen die Borreliose auch einen Impfstoff. Sprich mit deinem Tierarzt, ob eine solche Impfung für dein Pferd geeignet ist.

Erste Hilfe bei Zeckenbefall

Auch die beste Vorsorge wird nicht verhindern, dass dein Pferd sich nicht doch einmal eine Zecke einfängt. Was kannst du tun, wenn es dazu kommt?

Um die lästigen Plagegeister zu entfernen, benötigst du Desinfektionsmittel und ein geeignetes Werkzeug. Ein solches ist z.B. eine Zeckenzange. Diese sollte in keiner Stallapotheke fehlen. Abraten würden wir dir von Ölen oder sonstigen Mitteln, da diese die Zecke zusätzlich reizen können.

Beim Entfernen von Zecken beim Pferd musst du ein paar Punkte beachten. Zuallererst ist es wichtig, dass du das Werkzeug so nah wie möglich an der Haut deines Pferdes ansetzt, um soviel von der Zecke wie möglich zu packen. Dann kannst du sie vorsichtig und möglichst gerade herausziehen oder -hebeln. Dabei solltest du darauf achten, sie nicht zu zerquetschen, denn sonst können noch mehr Krankheitserreger in das Pferd hineingepumpt werden!

Es kann sein, dass der Kopf stecken bleibt. Wenn es möglich ist, solltest du diesen auch entfernen. Doch wenn nicht, dann ist das nicht so schlimm. Der Pferdekörper kann ihn mit der Zeit von alleine wieder abstoßen.

Nun solltest du die betroffene Stelle noch desinfizieren.  Falls du in den nächsten Tagen oder Wochen nach dem Zeckenbiss irgendwelche Auffälligkeiten feststellst, solltest du sofort den Tierarzt informieren.

Dein Pferd hat eine Zecke?

2 Comments

  1. Steffi Kralisch Reply

    Hallo,
    leider habe ich gerade ein Pferd mit FSME. Er kämpft jeden Tag, doch leider ist der Ausgang noch ungewiss. Er hat das Futter verweigert war extrem schmerzempfindlich und hatte eine schwankende Hinterhand. Dann ging die Suche nach der Ursache los und der Bluttest diagnostiziert FSME. Hat jemand Erfahrung mit der Krankheit würde mich gerne austauschen?

    MfG S. Kralisch

    • julia Reply

      Hallo!
      Erstmal wünsche ich deinem Pferd alles Gute und eine Gute Besserung. Wir persönlich im Team hatten noch nie ein Pferd mit FSME. In Nordrhein-Westfalen ist die FSME noch nicht so sehr verbreitet. Was ich schon einmal sehr gut finde ist, dass du eine klare Diagnose hast. Daran hapert es nämlich bei vielen Betroffenen. Was ich dir auf jeden Fall empfehlen kann ist unsere Facebook-Gruppe (https://www.facebook.com/groups/2480645698673198/) Dort kannst du dich mit anderen austauschen und ich bin sicher das wird dort einen Fall von FSME finden.

      Vielleicht hilft dir das ja schon ein bisschen weiter.
      Liebe Grüße aus Münster,
      Julia von Erste Hilfe beim Pferd

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