Ein Pferd im Stall hat Fieber, das zweite schnieft. Plötzlich fällt das Wort „Druse“. Sofort ist die Stallgasse voller Gerüchte. Keine Panik! Druse verläuft meist gut, aber jetzt kommt es auf schnelles und ruhiges Handeln an.
Druse ist eine sehr ansteckende Infektion der oberen Atemwege mit dem Bakterium Streptococcus equi. Typisch sind Fieber, eitriger Nasenausfluss und dicke, schmerzhafte Lymphknoten am Kopf. Bei Verdacht trennst du dein Pferd sofort von den anderen, rufst deinen Tierarzt an und lässt kein Pferd mehr in den Stall oder hinaus, bis er Entwarnung gibt.
- Pferd trennen. Stell das verdächtige Pferd so, dass es keinen Nasenkontakt zu anderen hat. Eigene Eimer, eigenes Halfter, eigenes Putzzeug.
- Tierarzt anrufen. Sag gleich am Telefon, dass du an Druse denkst. Dann kann er sich vorbereiten und Proben mitbringen.
- Fieber messen, bei allen Pferden. Zweimal am Tag, normal sind 37,5 bis 38,2 °C. Schreib die Werte mit Uhrzeit auf. So misst du richtig
- Stall informieren. Stallbetreiber und Einsteller müssen Bescheid wissen. Kein Pferd zieht ein oder aus, keine Turniere und Lehrgänge.
- Hygiene sofort. Das kranke Pferd zuletzt versorgen, danach Hände waschen, Kleidung und Schuhe wechseln.
Sofort Tierarzt: Dein Pferd atmet schwer oder mit Geräuschen und streckt Kopf und Hals nach vorn, um Luft zu bekommen. Es kann nicht schlucken: Futter oder Wasser läuft aus den Nüstern. Es wirkt sehr matt, frisst gar nicht oder hat hohes Fieber.
Heute anrufen: Fieber ab 38,5 °C, gelber oder grüner Nasenausfluss, dicke oder schmerzhafte Lymphknoten am Kopf. Ein Pferd im Stall hat Druse und dein Pferd hatte Kontakt. Ein Abszess ist aufgegangen und Eiter läuft heraus.
Beobachten: Dein Pferd hatte keinen Kontakt zu kranken Pferden, frisst normal, hat eine normale Temperatur und keinen Ausfluss. Miss trotzdem zweimal täglich Fieber, solange im Stall Druse herrscht.
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Was ist Druse beim Pferd?
Druse ist eine ansteckende Infektion der oberen Atemwege. Auslöser ist das Bakterium Streptococcus equi (Unterart equi). Es setzt sich im Nasen-Rachen-Raum fest und wandert in die Lymphknoten am Kopf. Dort bilden sich Eiterherde. Tierärzte nennen sie Abszesse.
Lange galt Druse als Krankheit junger Pferde. Erkranken kann aber jedes Pferd, auch ältere. In Deutschland ist Druse weder melde- noch anzeigepflichtig. Das heißt: Kein Amt greift ein. Ob ein Ausbruch schnell endet, hängt deshalb von allen im Stall ab.
Wie steckt sich ein Pferd mit Druse an?
Ansteckend sind vor allem Nasenausfluss und der Eiter aus aufgebrochenen Abszessen. Der Erreger kommt auf zwei Wegen zum nächsten Pferd:
- Direkt: Nase an Nase über den Zaun oder in der Box nebenan.
- Über Gegenstände und Menschen: Eimer, Tränken, Futtertröge, Halfter, Trensen, Putzzeug, Einstreu, aber auch Hände, Kleidung und Schuhe.
Du selbst kannst den Erreger also von Box zu Box tragen. Wie lange er in der Umgebung überlebt, hängt stark von den Bedingungen ab. Sonne und Trockenheit machen ihm zu schaffen. In feuchter, geschützter Umgebung hält er sich deutlich länger, nach Angaben des Pferdesportverbands Westfalen bis zu zwölf Monate.
Wie lange ist die Inkubationszeit bei Druse?
Von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitszeichen vergehen meist 3 bis 14 Tage. Laut den Schweizer Pferdekliniken scheidet ein Pferd den Erreger erst aus, wenn es die ersten Zeichen zeigt. Fieber kommt oft zuerst. Darum ist Fiebermessen bei allen Kontaktpferden so wichtig: So erkennst du ein neu erkranktes Pferd, bevor es andere ansteckt.
Woran erkennst du Druse beim Pferd?
Die Zeichen kommen meist in dieser Reihenfolge:
- Dein Pferd wirkt matt und frisst schlechter.
- Es bekommt Fieber, oft hohes.
- Nasenausfluss, erst klar, dann gelb bis grün und eitrig. Manchmal hustet es.
- Die Lymphknoten am Kopf schwellen an, werden heiß und tun weh. Schlucken und Kopfsenken fallen schwer.
- Die Abszesse brechen oft nach ein bis zwei Wochen auf, nach außen oder nach innen in den Luftsack. Danach sinkt das Fieber meist und es geht deinem Pferd besser.
Nicht jedes Pferd zeigt alles. Es gibt auch milde Verläufe, fast ohne Fieber. Werden die Lymphknoten sehr dick, können sie die Atemwege einengen. Dann streckt dein Pferd Kopf und Hals nach vorn und atmet schwer. Das ist ein Notfall.
Welche Spätfolgen kann Druse haben?
Meist heilt Druse ohne Folgen aus. Selten gibt es Komplikationen, die dein Tierarzt im Blick behält:
- Eiter sammelt sich im Luftsack (einer Ausbuchtung hinter dem Rachen) und bleibt dort liegen.
- Der Erreger streut und bildet Abszesse in anderen Lymphknoten oder Organen.
- Das Immunsystem überreagiert. Das kann zu Blutungen in Haut und Schleimhäuten oder zu Muskelproblemen führen.
Solche Verläufe können schwer und auch lebensgefährlich sein. Achte deshalb auch nach der Genesung auf neues Fieber, Schwellungen an Kopf, Bauch oder Beinen, Muskelschwäche oder kleine Blutpunkte auf den Schleimhäuten. Dann ruf deinen Tierarzt an.
Wie stellt der Tierarzt Druse fest?
Sicher ist die Diagnose nur mit einem Erregernachweis. Dein Tierarzt nimmt dazu eine Probe: einen Tupfer aus Nase und Rachen, Eiter aus dem Abszess oder eine Spülprobe aus dem Luftsack. Im Labor wird die Probe angezüchtet oder mit einem PCR-Test untersucht. Manchmal müssen die Proben wiederholt werden, weil ein Pferd den Erreger nicht jeden Tag ausscheidet.
Wie wird Druse behandelt?
Die Behandlung legt dein Tierarzt für jedes Pferd einzeln fest. Häufig geht es darum, die Abszesse reifen zu lassen, damit sie sich öffnen und der Eiter abfließt. Manchmal öffnet und spült er sie. Ob Antibiotika sinnvoll sind, sehen Fachleute unterschiedlich. Die Schweizer Pferdekliniken schreiben, dass sie nur in wenigen Fällen angezeigt sind. Das entscheidet dein Tierarzt.
Was du tun kannst:
- Gönn deinem Pferd Ruhe. Ein krankes Pferd wird nicht geritten.
- Biete weiches Futter an, zum Beispiel Mash oder angefeuchtetes Heu. Das lässt sich leichter schlucken.
- Frisches Wasser, eigener Eimer, eigene Tränke.
- Salben, Wärme oder Umschläge nur nach Absprache mit deinem Tierarzt.
- Nie selbst einen Abszess aufstechen oder ausdrücken. Der Eiter ist hoch ansteckend.
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Was tust du im Stall bei Druse?
Jetzt zählt Disziplin. Am besten legt ihr gemeinsam mit dem Tierarzt einen Hygieneplan fest. Bewährt hat sich eine Einteilung in drei Bereiche:
| Bereich | Wer steht dort? | Was gilt? |
|---|---|---|
| Rot | kranke Pferde | eigenes Material, wird zuletzt versorgt, Handschuhe und Überzieher |
| Gelb | Pferde mit Kontakt, aber ohne Zeichen | zweimal täglich Fieber messen, getrennt von Grün |
| Grün | Pferde ohne Kontakt | werden zuerst versorgt, kein gemeinsames Material |
- Erst die gesunden Pferde füttern und misten, dann die verdächtigen, zuletzt die kranken.
- Nach dem Kontakt mit kranken Pferden Hände waschen und desinfizieren, Kleidung und Schuhe wechseln.
- Eimer, Tränken, Boxen und Transporter reinigen und desinfizieren. Ein geeignetes Mittel bekommst du über deinen Tierarzt.
- Besucher, Hufschmied und andere Dienstleister nur nach Absprache und nur, wenn es sein muss.
- Kein Pferd kommt neu in den Stall, keines verlässt ihn.
- Hunde und Katzen möglichst vom kranken Pferd fernhalten.
- Häng am besten ein Schild an die Boxentür, damit niemand aus Versehen zum kranken Pferd geht.
Das klingt nach viel. Aber es ist der schnellste Weg, damit der Ausbruch bald vorbei ist und alle wieder raus dürfen.
Wie lange ist ein Pferd mit Druse ansteckend?
Das ist von Pferd zu Pferd verschieden. Viele Pferde scheiden den Erreger nach dem Abheilen noch einige Wochen aus. Einzelne Pferde werden zu stillen Trägern. Sie wirken gesund, tragen den Erreger aber oft im Luftsack und können noch lange andere anstecken.
Darum endet die Quarantäne nicht automatisch, wenn dein Pferd wieder fit ist. Dein Tierarzt entscheidet anhand von Untersuchungen. Empfohlen werden zum Beispiel drei Tupferproben im Abstand von je einer Woche, manchmal auch eine Spiegelung des Luftsacks. Erst wenn diese unauffällig sind, gilt ein Pferd als frei.
Kann man Druse vorbeugen?
- Neue Pferde erst getrennt stellen, die Pferderevue nennt dafür etwa vier Wochen. Miss in dieser Zeit regelmäßig Fieber, bevor sie in die Herde kommen.
- Kein gemeinsames Material auf Turnieren und Lehrgängen: eigene Eimer, eigene Tränke, kein Nasenkontakt zu fremden Pferden.
- Fieber messen, wenn dein Pferd matt wirkt. Ein Gesundheitstagebuch hilft dir, Veränderungen früh zu sehen.
- Impfung: Es gibt Impfstoffe gegen Druse. Ihr Schutz gilt aber als begrenzt. Ob eine Impfung für deinen Stall sinnvoll ist, besprichst du mit deinem Tierarzt.
Pssst: Puls, Atmung und Temperatur deines Pferdes kannst du jederzeit mit unserem PAT-Rechner einordnen. Und wenn es schnell gehen muss, hilft dir unsere Notfallseite.
Häufige Fragen
Wie lange ist Druse beim Pferd ansteckend?
Ein Pferd ist ansteckend, sobald es Krankheitszeichen zeigt. Oft bleibt es das noch einige Wochen nach dem Abheilen. Einzelne Pferde bleiben als stille Träger noch viel länger ansteckend. Wann dein Pferd wieder frei ist, entscheidet dein Tierarzt anhand von Proben.
Wie lange dauert die Quarantäne bei Druse?
Eine feste Frist gibt es nicht. Die Quarantäne dauert, bis alle Pferde gesund sind und die Proben zeigen, dass keines mehr den Erreger ausscheidet. Rechne mit mehreren Wochen. Halte dich an den Plan deines Tierarztes.
Ist Druse beim Pferd meldepflichtig?
Nein. In Deutschland ist Druse weder melde- noch anzeigepflichtig. Trotzdem solltest du Stallbetreiber, Einsteller und alle, die mit deinem Pferd Kontakt hatten, sofort informieren.
Ist Druse beim Pferd tödlich?
Meist heilt Druse gut aus. Selten kommt es zu schweren Komplikationen, etwa wenn die Lymphknoten die Atemwege einengen oder der Erreger in andere Organe streut. Diese Fälle können lebensgefährlich sein. Darum gehört jedes Pferd mit Druse-Verdacht in tierärztliche Betreuung.
Ist Druse auf Menschen übertragbar?
Druse ist eine Pferdekrankheit. Beim Menschen sind nur sehr seltene Einzelfälle beschrieben. Du kannst den Erreger aber an Händen, Kleidung und Schuhen zu anderen Pferden tragen. Wasch dir deshalb nach jedem Kontakt gründlich die Hände.
Kann ein Pferd zweimal Druse bekommen?
Ja, das ist möglich. Nach einer überstandenen Druse ist ein Pferd eine Zeit lang geschützt, aber nicht lebenslang. Wie lange der Schutz hält, ist von Pferd zu Pferd verschieden.
Weiterführende Links
- Vetsuisse-Fakultäten Bern und Zürich: Informationen über Druse für Pferdebesitzer (PDF)
- Pferdesportverband Westfalen: Kurzinfo zur Druse (PDF)
- Pferderevue: Angstdiagnose Druse, mehr als eine Jungpferdekrankheit
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