In diesem Beitrag geht es um das Thema „Druse„.  Hinter diesem recht harmlos klingenden Namen steckt eine hochansteckende Krankheit. Wenn sich dein Pferd infiziert hat, dann heißt es: Schnell handeln! Denn es geht nicht nur um die Gesundheit deines eigenen Pferdes, sondern auch um die von allen anderen Pferden am Stall. Daher erfährst du hier das wichtigste, was du wissen musst, um mit Druse beim Pferd richtig umzugehen.

Was ist Druse überhaupt genau?

Druse ist eine hochansteckende Krankheit, die meist durch Bakterien verursacht wird. Diese lösen eine Entzündung der Atemwege aus. Zusätzlich sind meist die Lymphknoten am Kopf betroffen. Sie vereitern und entzünden sich ebenfalls und schwellen an. Das kann in schwereren Fällen auch zu Atemnot bei deinem Pferd führen. 

Ohne Behandlung kann die Krankheit auch in andere Organe streuen und dort noch mehr Schaden anrichten. Druse beim Pferd kann daher auch tödlich enden wenn nichts unternommen wird.

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Wie kann sich dein Pferd anstecken?

Allein der geringste Kontakt von Maul- und Nasenbereich mit den Bakterien kann zu einer Infektion führen. 

Dies kann z.B. durch die direkte Berührung mit einem anderen infizierten Pferd geschehen.  Aber auch Gegenstände wie Halfter, Trense, die Heuraufe oder sogar der Wassertrog können zur Ansteckung führen, wenn sich der Erreger auf diesen Gegenständen befindet. Der Mensch selbst kann ebenfalls die Bakterien auf das Pferd übertragen, auch wenn du dich selbst nicht mit Druse anstecken kannst da es sich um eine reine Pferdekrankheit handelt. 

Auch durch Husten, Niesen oder Schnauben kann der Erreger durch die Luft geschleudert werden und ein anderes Pferd infizieren.  Das nennt man dann Tröpfcheninfektion.

Wie bei fast allen Infektionskrankheiten sind die Pferde am meisten gefährdet, die ein schwächeres Immunsystem besitzen. Das sind z.B. alte oder sehr junge Pferde, aber auch solche mit Vorerkrankungen.

In der Regel dauert es ca. 3 – 14 Tage, von der Infektion bis zum eigentlichen Ausbruch der Krankheit.

Wie erkennst du Druse beim Pferd?

Die häufigsten Symptome bei Druse beim Pferd sind:

  • schleimiger, grün-gelber Nasenausfluss
  • Husten
  • Fieber
  • Geschwollene Lymphknoten

Je nach Krankheitsverlauf kann es sein, dass dein Pferd nur einige dieser Symptome zeigt, aber nicht alle. Trotzdem solltest du bei diesen Anzeichen immer den Tierarzt mit hinzuziehen. Denn der kann im Zweifelsfall besser beurteilen, ob ein Symptom vorliegt oder nicht.

Neben diesen typischen Anzeichen  können auch Antriebs– und Appetitlosigkeit ein Hinweis darauf sein, dass irgendwas nicht stimmt.  Achte auch unbedingt auf ungewöhnliche Körperhaltungen deines Pferdes. Wenn die Lymphknoten schon angeschwollen sind engen sie die Atemwege ein. Dann kriegt dein Pferd schlecht Luft und streckt daher Kopf und Hals auffällig nach vorn und leicht nach unten.

Was kannst du bei Druse tun?

Das allererste, was du tun solltest ist, den Tierarzt zu informieren. Der muss sich das Pferd genau anschauen. Dann kann er entweder direkt bestätigen, dass es sich um Druse handelt, oder er kann einen Abstrich in ein Labor schicken, wo der Erreger nachgewiesen werden kann. Druse ist allgemein nicht meldepflichtig.

Wenn es tatsächlich Druse ist, dann muss das Pferd sofort von allen anderen Pferden, die keine Symptome haben isoliert werden, da Druse so hochansteckend ist. Falls ein Pferd keine Symptome zeigt, aber Kontakt zu einem infizierten Pferd hatte, sollte es zusätzlich in einen separaten Bereich isoliert werden. 

Genau wie in der aktuellen Corona-Pandemie ist auch bei Druse die Hygiene das A und O. Da der Erreger an Gegenständen haften bleibt und sich so verbreiten kann, ist regelmäßiges Waschen und Desinfizieren von Gegenständen und Händen, die Verwendung von Einmalhandschuhen und strenge Quarantäne absolut notwendig, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Die Behandlung sprichst du am besten mit deinem Tierarzt durch. Antibiotika kann helfen, muss aber nicht in allen Fällen angewendet werden. Wichtiger ist es, dass sich die Eiteransammlungen in den Lymphknoten lösen. Das kannst du mit Wärme und durchblutungsfördernden Salben unterstützen.

Wie lange die Isolation andauern muss ist sehr unterschiedlich. Druse kann noch Wochen nach einer überstandenen Krankheit ansteckend sein. Im Extremfall kann es sogar sein, dass ein Pferd zu einem chronischen Träger wird und über Monate oder sogar Jahre ansteckend ist.

Sprich dich hierzu in jedem Fall mit deinem Tierarzt ab!  Denn genau wie in der aktuellen Corona-Situation ist es wichtig, dass wir zum Wohle aller handeln und keine vorschnellen Entscheidungen treffen, die uns oder unsere Pferde gefährden.

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