Wie alle anderen Lebewesen müssen auch Pferde sich von Zeit zu Zeit erleichtern. Meist ist es dann unsere Aufgabe als Reiter, uns darum zu kümmern, dass der Haufen verschwindet. Pferdeäpfel werden oft einfach entsorgt, ohne groß über sie nachzudenken. Doch aus ihnen lassen sich viele hilfreiche Informationen über dein Pferd ablesen.

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Haufenweise Zahlen, Daten, Fakten

Pferde äpfeln im Schnitt etwa alle 90 bis 120 Minuten am Tag ab, in Stresssituationen auch häufiger. Die Menge vaiiert dabei und ist von vielen Faktoren abhängig, wie Alter, Geschlecht, Haltung und Ernährung, Ein erwachsenes Pferd produziert z.B. natürlich mehr Kot als ein Fohlen. Pferde, die auf der Weide gehalten werden, produzieren mehr Kot als ihre Artgenossen in Stallhaltung, die mit Hafer gefüttert werden.

Bevor die leckere Mahlzeit aber als Pferdeapfel wieder hinten rausplumpst, hat die Nahrung einen langen Weg hinter sich. Die Verdauung dauert deutlich länger als beim Menschen, ca. 48 Stunden kann die Nahrung im Verauungsapparat des Pferdes unterwegs gewesen sein.

Die Pferde selbst können mit ihrem Kot eine ganze Menge anfangen. So markieren sie z.B. damit bestimmte Wege, oder hinterlassen sie als Botschaften an andere Herdenmitglieder. Auch können sie aus den Pferdeäpfeln anderer Artgenossen eine Menge lesen. So können sie z.B. feststellen, ob es sich bei dem anderen Pferd um ein Männchen oder Weibchen handeln. Der Kot kann sogar einzelnen MItgliedern aus der Herde zugeordnet werden und ein Hengst kann feststellen, ob es sich um einen Konkurrenten handelt oder nicht.

Doch was haben diese Informationen mit Erster Hilfe oder Gesundheit zu tun? Eine ganze Menge! Denn Pferdeäpfel sind geradezu ein Spiegel der Gesundheit des Pferdes. Es gibt etliche Faktoren, an denen du vieles über den Gesundheitszustand ablesen kannst. Ein paar davon wollen wir dir jetzt zeigen.

 

Was Pferdeäpfel dir verraten

Wahrscheinlich eines der ersten Merkmale, die dir auffallen, ist die Konsistenz. Ist der Kot eher hart oder weich? Haben die Haufen die charakteristische Apfelform oder sehen sie eher aus wie KuhfladenEin perfekter Pferdehaufen sollte aus einzelnen, apfelgroßen Stücken bestehen, die leicht glänzen. Sie sollten fest sein, aber leicht nachgeben, wenn man drauftritt.

Wenn der Kot sehr trocken und fest ist, dann wurde der Nahrung auf dem Weg durch den Darm zu viel Wasser entzogen. Hier kann eine sogenannte „Verstopfungskolik“ drohen. Als erste Maßnahme solltest du dein Pferd in so einem Fall mehr zum Trinken animieren.  Danach muss die Ernährung umgestellt werden. Zu viel Stroh als Teil der Ernährung kann beispielsweise problematisch sein. Hier solltest du eher auf Heu oder, wenn möglich, frisches Gras setzen.

Befinden sich im Kot eventuell sogar noch ganze Halme oder Körner? In dem Fall ist das Problem nicht im Darm selbst, sondern schon im Maul zu suchen. Denn bei Zahnproblemem kann es passieren, dass dein Pferd die Nahrung nicht mehr richtig zerkauen kann. Dies kann zusätzlich zu Verstopfungen führen und sollte umgehend mit dem Tierarzt besprochen werden.

 

Wenn der Kot eher sehr weich ist, und keine „Äpfel“ mehr zu erkennen sind, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass das empfindliche Gleichgewicht des Pferdedarms gestört ist. Das kann z.B. durch einen zu plötzlichen Ernährungswechsel passieren. Der Pferdedarm muss sich erst wieder selbst regulieren.  Stelle die Ernährung deines Pferdes daher immer langsam um wenn es nötig ist.

Sollte die Konsistenz jedoch so weich sein, dass es sich um Durchfall handelt, solltest du sofort den Tierarzt informieren und die PAT-Werte deines Pferdes messen. Denn hier kann ein Infekt vorliegen.

 

Sind die Pferdeäpfel eher grün, braun oder vielleicht sogar schwarz? Die Farbe der Pferdeäpfel verrät dir einiges über die Ernährung und mögliche Probleme im Darm. Idealerweise sind Pferdeäpfel braun mit einem Grünstich

Wenn sie zu grün sind, dann besteht die Ernährung zu sehr aus frischem Gras. Das flutscht allerdings sehr schnell durch den Darm und kommt daher auch noch sehr grün wieder hinten raus. In diesem Fall ist es ratsam, wenn du die Ernährung anpasst und zusätzlich Heu fütterst. 

 Wenn der Kot eher zu braun ist, dann war er dagegen zu lange im Darm. Dies kann auf Verstopfungen hindeuten. Auch hier kann eine Ernährungsumstellung etwas bringen. Weniger Stroh, da dies schwerer verdaulich ist und dafür mehr Heu.

Bei rotem oder schwarzem Kot sollten alle Alarmglocken klingeln! Denn hier besteht die Gefahr einer Blutung im Darm. In diesem Fall solltest du sofort den Tierarzt informieren. 

 

Im Normalfall riechen natürlich die wenigsten Reiter am Kot ihrer Pferde. Doch selbst wenn, normalerweise riechen frische Pferdeäpfel nicht so schlecht wie man meinen mag. Die rein pflanzliche Ernährung sorgt für einen eher wenig und eher „aromatisch“ riechenden Kot.

Daher sollte es dir direkt als Warnsignal dienen, wenn der Geruch zum Gestank wird und beißend riecht. In diesem Fall stimmt etwas mit der Verdauung nicht. Eine Ernährungsumstellung kann hier helfen. Mehr Heu, und dafür weniger schwer verdauliche Nahrungsbestandteile. Sprich dich hierzu auch mit dem Tierarzt ab. 

 

Im Kot selbst können machen es sich viele andere Organismen gern gemütlich. Dazu gehören z.B. auch Würmer und andere ParasitenDurch die Analyse der Pferdeäpfel können so Rückschlüsse über die Gesundheit deines Pferdes gemacht werden. 

In unserem Blogartikel über Wurmkuren beim Pferd zeigen wir dir, wie du den Kot deines Pferdes sinnvoll als Indiz für einen Wurmbefall nutzen kannst.

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