Du kommst in den Stall und aus der Box hörst du es: ein trockenes Husten. Dann noch eins. Sofort kreisen die Gedanken: Ist das nur Staub, oder ist dein Pferd krank?
Hustet dein Pferd nur ab und zu (zum Beispiel beim Antraben) und ist sonst munter, steckt oft Staub dahinter. Dann beobachtest du es genau und machst Heu und Stall staubärmer. Wird es nicht besser, ruf deinen Tierarzt an. Hat es zusätzlich Fieber, Atemnot, Futter in der Nase oder frisst nicht, rufst du sofort deinen Tierarzt an.
Keine Panik! Wir zeigen dir, woran du den Unterschied erkennst. Mit der Husten-Ampel weißt du in einer Minute, was jetzt zu tun ist.
- Hör auf zu reiten und lass dein Pferd in Ruhe stehen.
- Miss Fieber im Po. Ab etwa 38,5 °C hat ein erwachsenes Pferd Fieber. So misst du richtig
- Zähl die Atemzüge eine Minute lang an der Flanke. Normal sind etwa 8 bis 16. Zum PAT-Rechner
- Schau in die Nüstern und taste den Kehlgang: Ausfluss? Dicke Lymphknoten?
- Mach die Husten-Ampel gleich hier unten. Bei Rot rufst du sofort deinen Tierarzt an.
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Husten-Ampel: Wie dringend ist der Husten deines Pferdes?
Rot, sofort Tierarzt anrufen: Atemnot oder schnelle Atmung in Ruhe, Fieber, Futterbrei oder Speichel aus der Nase, dein Pferd ist matt oder frisst nicht.
Gelb, heute noch anrufen: dicker gelber oder grüner Nasenausfluss, geschwollene Lymphknoten, Husten, der nicht von selbst wieder aufhört, mehrmals täglich kommt oder auch in Ruhe.
Grün, beobachten: dein Pferd hustet nur ab und zu, etwa beim Antraben oder nach dem Wälzen. Sonst ist es munter. Staub reduzieren, regelmäßig Fieber messen, Husten-Tagebuch führen. Kommt etwas dazu oder wird es nicht besser, ruf deinen Tierarzt an.
Die Ampel ersetzt keine Untersuchung. Du bist dir unsicher? Sprich mit deinem Tierarzt.
Warum hustet mein Pferd?
Husten ist erst einmal etwas Gutes. Er ist ein Schutzreflex: Dein Pferd befördert damit Staub, Schleim und Fremdkörper aus den Atemwegen. Ein einzelnes Husten beim Antraben ist deshalb noch kein Grund zur Sorge.
Hustet dein Pferd öfter, hat das fast immer einen Auslöser. Die häufigsten sind:
- Staub aus Heu, Stroh und Reithalle, dazu Schimmelpilzsporen
- Infektionen mit Viren oder Bakterien, zum Beispiel Pferdegrippe (Influenza), Herpes oder Druse
- Equines Asthma, eine Überempfindlichkeit der Atemwege
- Schluckprobleme, etwa eine Schlundverstopfung
- seltener Lungenwürmer, Fremdkörper oder Tumore
Oft kommen mehrere Dinge zusammen: ein leichter Infekt und dazu ein staubiger Stall. Ganz einfach: Je weniger Staub, desto besser können die Atemwege heilen.
Welche Hustenarten gibt es und was bedeuten sie?
Wann und wie dein Pferd hustet, verrät viel. Die Tabelle hilft dir beim Einordnen.
| Wann hustet dein Pferd? | Was oft dahintersteckt | Ampel |
|---|---|---|
| Ein-, zweimal beim Antraben, dann ist Ruhe | Schleim und Staub lösen sich. Passiert das bei jedem Ritt, kann es ein frühes Zeichen für equines Asthma sein. | Grün, bei jedem Ritt Gelb |
| Einmal nach dem Wälzen oder Aufstehen | Staub oder Sand in der Nase, meist harmlos | Grün |
| Beim Heufressen | Staub und Schimmelsporen im Heu | Grün bis Gelb |
| Beim Fressen mit Würgen, Futter oder Speichel aus der Nase | Schlundverstopfung | Rot |
| Mit Fieber, Mattigkeit und Nasenausfluss | Infektion, zum Beispiel Influenza, Herpes oder Druse | Rot |
| Trocken, über Wochen, auch in Ruhe im Stall | Equines Asthma | Gelb, bei Atemnot Rot |
| Im Sommer auf der Weide | Pollen, trockener Staub, Sommerform des Asthmas | Gelb |
Pssst: Mach ein kurzes Handyvideo, wenn dein Pferd hustet. Für deinen Tierarzt ist das Gold wert, denn in der Praxis hustet kaum ein Pferd auf Kommando.
Pferd hustet beim Reiten: Was steckt dahinter?
Vielleicht kennst du das aus der Halle im Winter: Du trabst an, dein Pferd hustet zwei-, dreimal und dann ist Ruhe. Durch die tiefere Atmung lösen sich Schleim und Staub. Das ist oft harmlos.
Aufmerksam solltest du werden, wenn dein Pferd bei jedem Ritt hustet, im Galopp nicht mehr hinterherkommt oder nach der Arbeit lange schnauft. Leistungsschwäche und Husten unter dem Sattel können frühe Zeichen von equinem Asthma sein.
Hustet dein Pferd beim Reiten, aber nicht beim Longieren? Dann lohnt ein Blick auf die Umgebung: Ist der Hallenboden staubig? Reitest du zu einer anderen Zeit als du longierst? Sprich das bei deinem Tierarzt an.
Was du jetzt tun kannst: Lass den Hallenboden wässern, reite öfter draußen und führ ein Husten-Tagebuch. So siehst du, ob es besser wird. Wird es nicht besser, ruf deinen Tierarzt an.
Pferd hustet beim Fressen: Wann ist das gefährlich?
Hustet dein Pferd beim Heufressen, ist oft der Staub schuld. Halt das Heu einmal gegen das Licht und schüttle es. Siehst du eine Staubwolke? Dann kann ein Wechsel auf gewässertes oder bedampftes Heu schon helfen.
Ganz anders sieht es aus, wenn dein Pferd beim Fressen würgt, den Hals streckt und Futterbrei oder Speichel aus der Nase kommt. Das sind Zeichen einer Schlundverstopfung. Jetzt musst du handeln: Nimm sofort Futter und Wasser weg und ruf deinen Tierarzt an.
Ein altes Pferd hustet beim Fressen von Kraftfutter oder Mash? Dann kann es an den Zähnen liegen. Schlecht gekautes Futter wird hastig geschluckt. Lass die Zähne kontrollieren und frag dabei, ob eingeweichtes Futter für dein Pferd sinnvoll ist.
Pferd hustet Schleim: Was sagt die Farbe?
Die Farbe allein ist keine Diagnose. Sie gibt dir aber einen Hinweis, wie eilig es ist.
- Klar oder weiß und dünn: häufig bei Reizung durch Staub oder am Anfang eines Infekts. Beobachten.
- Gelb oder grün und dick: kann auf Eiter hindeuten, etwa bei einer bakteriellen Infektion. Kommen dicke Lymphknoten dazu, denk an Druse und ruf heute noch deinen Tierarzt an. Hat dein Pferd Fieber, rufst du sofort an.
- Mit Futterresten: Verdacht auf Schluckprobleme oder Schlundverstopfung. Rot.
- Mit Blut: immer ein Fall für den Tierarzt.
Übrigens: Pferde atmen nur durch die Nase. Schleim kommt deshalb meist aus den Nüstern. Läuft Schleim oder Futter aus dem Maul, kann das auf ein Problem beim Schlucken oder mit den Zähnen hindeuten.
Wie du Nasenausfluss genauer einordnest, zeigen wir dir im Beitrag Nasenausfluss beim Pferd. Bei Verdacht auf Druse hilft dir unser Beitrag Druse beim Pferd.
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Was ist equines Asthma?
Equines Asthma ist eine Überempfindlichkeit der unteren Atemwege. Sie reagieren auf Staub, Schimmelsporen und Pollen mit Entzündung, zähem Schleim und Verengung. Früher hieß die schwere Form „COB“ oder „Dämpfigkeit“.
Tierärzte unterscheiden heute zwei Formen:
- Leichtes bis mittleres Asthma: oft bei jüngeren Sportpferden. Zeigt sich durch weniger Leistung und gelegentliches Husten. Es kann wieder ganz abklingen.
- Schweres Asthma: meist bei älteren Pferden, die im Stall stehen und Heu fressen. Sie husten häufig und atmen schon in Ruhe angestrengt. Diese Form gilt als nicht heilbar, lässt sich aber gut kontrollieren.
Für beide Formen gilt: Medikamente verordnet dein Tierarzt, das Wichtigste ist aber eine staubarme Haltung. Wie das im Alltag klappt, erklären wir dir ausführlich in unserem Beitrag zum equinen Asthma.
Wann muss ich mit meinem hustenden Pferd zum Tierarzt?
Ruf deinen Tierarzt sofort an, wenn dein Pferd:
- in Ruhe schwer oder deutlich schneller als sonst atmet
- Fieber hat, also 38,5 °C oder mehr
- Futterbrei oder Speichel aus der Nase verliert
- matt ist, nicht frisst oder Blut hustet
Ruf heute noch an, wenn der Husten nicht von selbst wieder aufhört, gelber oder grüner Ausfluss dazukommt oder die Lymphknoten am Kehlgang dick sind.

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Was macht der Tierarzt?
Keine Sorge, die Untersuchung ist für dein Pferd meist entspannt. Dein Tierarzt misst Fieber, hört Lunge und Luftröhre ab und schaut sich Nüstern und Lymphknoten an. Manchmal legt er dazu einen Beutel über die Nüstern, damit dein Pferd tiefer atmet.
Reicht das nicht, kann er die Atemwege mit einer Kamera ansehen (Endoskopie) oder eine Probe aus der Lunge nehmen (Lungenspülung, kurz BAL). Auch ein Blutbild ist möglich. Bring dein Husten-Tagebuch und dein Handyvideo mit.
Was hilft meinem Pferd bei Husten?
Das wirksamste Hausmittel kostet fast nichts: weniger Staub. Das hilft bei fast jedem Husten, egal ob Infekt oder Asthma.
Dein Staubcheck für Stall und Heu
- Heu: wässern oder bedampfen, oder auf Heulage umstellen. Kein muffiges Heu verfüttern.
- Einstreu: staubarme Späne oder Pellets statt Stroh.
- Misten und Fegen: nur, wenn dein Pferd draußen ist. Stallgasse vorher anfeuchten.
- Luft: Fenster und Türen auf, auch im Winter.
- Heulager: nicht direkt über der Box. Auch große Rundballen stauben oft stark.
- Bewegung: so viel Zeit draußen wie möglich, Halle vorher wässern.
Und Kräuter, Hustensaft oder Inhalieren?
Kräutermischungen und Hustensäfte gibt es viele. Sie ersetzen aber weder die Diagnose noch einen staubarmen Stall. Gib sie nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt. Bei Turnierpferden kann manches Mittel bei Dopingkontrollen auffallen.
Mit einem Inhalationsgerät für Pferde gelangen Medikamente direkt in die Atemwege. Ob Inhalieren deinem Pferd hilft, womit und wie oft, legt dein Tierarzt fest.
Pssst: Hat dein Pferd Fieber, bleibt der Sattel im Spind. Häng am besten ein Schild an die Boxentür und sag deiner Stallgemeinschaft Bescheid.
Wie beuge ich Husten beim Pferd vor?
Mit drei Dingen schützt du die Atemwege deines Pferdes am besten:
- Staubarm halten: Heu, Einstreu und Luft wie im Staubcheck oben.
- Impfen: Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt Impfungen gegen Influenza und Herpes (EHV-1 und EHV-4), damit möglichst viele Pferde im Stall geschützt sind. Für Turniere schreibt die FN die Influenza-Impfung vor.
- Gesund trainieren: Nach einem Infekt langsam wieder anfangen, nie mit Fieber arbeiten.
Den passenden Impfplan bekommst du von deinem Tierarzt. Alles zu Impfungen und Abständen erklären wir dir bald in einem eigenen Beitrag.
Häufige Fragen zum Husten beim Pferd
Darf ich mein Pferd reiten, wenn es hustet?
Hat dein Pferd Fieber, atmet schwer oder ist matt, bleibt es im Stall und du rufst deinen Tierarzt an. Hustet es nur beim Antraben ein-, zweimal und ist sonst munter, ist das oft harmlos. Ob und wie viel du es dann arbeiten kannst, besprichst du mit deinem Tierarzt. Meide staubige Hallen.
Ist Husten beim Pferd ansteckend?
Das hängt von der Ursache ab. Infektionen wie Pferdegrippe (Influenza), Herpes oder Druse sind ansteckend. Husten durch Staub oder equines Asthma steckt kein anderes Pferd an. Hat dein Pferd Fieber oder eitrigen Nasenausfluss, stell es bis zur Klärung getrennt von der Herde.
Welche Hausmittel helfen bei Husten?
Das beste Hausmittel ist weniger Staub: Heu wässern oder bedampfen, Stallgasse vor dem Fegen anfeuchten, misten, wenn dein Pferd draußen ist. Dazu viel frische Luft. Kräutermischungen oder Hustensaft gibst du nur nach Rücksprache mit deinem Tierarzt. Bei Turnierpferden können manche Mittel auch eine Rolle bei Dopingkontrollen spielen.
Warum hustet mein Pferd im Sommer?
Im Sommer stecken oft Pollen, trockener Staub auf Paddock und Reitplatz oder eine Sommerform des equinen Asthmas dahinter. Seltener sind Lungenwürmer die Ursache, vor allem wenn Esel mit auf der Weide stehen. Hält der Husten länger an, lass deinen Tierarzt nachsehen.
Mein Pferd hustet ohne Fieber. Ist das harmlos?
Oft ja, aber nicht immer. Husten ohne Fieber kommt häufig von Staub. Hustet dein Pferd aber über Wochen, auch in Ruhe, oder atmet es schneller als sonst, kann equines Asthma dahinterstecken. Dann lohnt sich ein Termin beim Tierarzt, auch ohne Fieber.
Wie lange dauert Husten beim Pferd?
Das hängt ganz von der Ursache ab. Staubhusten wird oft besser, wenn der Staub dauerhaft weg ist. Nach einem Infekt kann der Husten noch einige Wochen anhalten, denn die Schleimhaut der Atemwege braucht Zeit, um zu heilen. Wie lange dein Pferd Pause braucht und wann es wieder arbeiten darf, besprichst du mit deinem Tierarzt.
Ist equines Asthma heilbar?
Die leichte Form kann wieder ganz abklingen, wenn Haltung und Futter staubarm werden. Die schwere Form gilt als nicht heilbar, lässt sich aber gut in den Griff bekommen. Wichtigster Baustein ist auch hier: so wenig Staub wie möglich. Dazu kommen Medikamente vom Tierarzt.
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Weiterführende Links
- Merck Veterinary Manual: Asthma in Horses (englisch, Fachhandbuch, Stand 2026)
- Couëtil L. L. u. a. (2016): Inflammatory Airway Disease of Horses, Revised Consensus Statement. Journal of Veterinary Internal Medicine 30(2), 503 bis 515 (englisch, Konsenspapier der amerikanischen und europäischen Fachgesellschaft)
- StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut, Arbeitskreis Pferde (u. a. TiHo Hannover, FU Berlin, LMU München, Uni Leipzig): Leitlinie zur Impfung von Pferden (PDF, 3. Auflage 2019, bereitgestellt von der Bundestierärztekammer. Die 5. Auflage erschien 2025 in der Tierärztlichen Praxis G 53, 33 bis 38.)
- Merck Veterinary Manual: Equine Influenza (englisch, Fachhandbuch, Stand 2026)
- FN, Durchführungsbestimmungen zur Impfpflicht nach LPO 2024: Influenza-Impfung für Turnierpferde (PDF, bereitgestellt vom Pferdestammbuch Rheinland)
Alle Links geprüft am 25.10.2026.
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