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Mauke beim Pferd: erkennen, pflegen und wann der Tierarzt ran muss

Aktualisiert am 25.10.20269 Min. Lesezeit
Mauke

Du kennst das sicher von deinen Händen im Winter: Erst sind sie nur rau, dann reißen sie ein und brennen. Ähnlich geht es deinem Pferd, wenn die Fesselbeuge ständig nass und schmutzig ist. Wir zeigen dir, wie du Mauke früh erkennst, was du selbst tun kannst und wann dein Tierarzt ran muss.

Mauke ist eine Entzündung der Haut in der Fesselbeuge. Sie hat viele mögliche Auslöser, etwa Nässe, Schmutz, Milben, Pilze oder Bakterien. Besonders oft tritt sie im Herbst und Winter auf. Bei leichter, trockener Mauke hältst du die Stelle sauber und trocken. Schick deinem Tierarzt ein Foto und frag ihn, wie du sie weiter pflegst. Lahmt dein Pferd, ist das Bein dick und warm, hat es Fieber oder wird es nicht besser, ruf deinen Tierarzt an.

Das tust du jetzt

  1. Bein ansehen und vergleichen: Ist nur die Fesselbeuge betroffen, oder ist das ganze Bein dick und warm? Lahmt dein Pferd?
  2. Fieber messen. Normal sind 37,5 bis 38,2 °C. So misst du richtig
  3. Sanft reinigen: mit lauwarmem Wasser und einer milden Waschlösung, die dein Tierarzt empfiehlt. Krusten nur lösen, wenn sie weich sind.
  4. Gründlich trocknen: abtupfen, nicht rubbeln. Danach trocken stellen, auf saubere Einstreu oder einen trockenen Paddock.
  5. Fotografieren und aufschreiben: wie es heute aussieht. So siehst du später, ob es besser wird. Gesundheitstagebuch

Sofort Tierarzt: Dein Pferd lahmt deutlich, das Bein schwillt bis über die Fessel an und ist warm (Verdacht auf Phlegmone), es hat Fieber oder wirkt matt.

Heute anrufen: Die Stelle nässt, eitert oder riecht, die Krusten sind dick, es bilden sich warzenartige Wucherungen, mehrere Beine sind betroffen, dein Pferd juckt sich stark oder die Mauke kommt immer wieder.

Tierarzt fragen: leichte Rötung oder trockene Schuppen, kein Lahmen, kein dickes Bein. Halte die Stelle sauber und trocken und schick deinem Tierarzt ein Foto. Er sagt dir, wie du weiter pflegst. Wird es nicht besser, gilt Gelb.

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Was ist Mauke beim Pferd?

Mauke ist eine Hautentzündung in der Fesselbeuge. Fachleute nennen sie auch Fesselekzem oder Fesseldermatitis. Wichtig zu wissen: Mauke ist ein Sammelbegriff. Hinter ähnlich aussehenden Krusten können ganz verschiedene Auslöser stecken. Deshalb hilft, was bei einem Pferd wirkt, beim nächsten oft gar nicht.

Gerötete, aufgerissene Haut in der Fesselbeuge eines Pferdes mit weißem Fuß

Welche Formen gibt es?

  • Milde, trockene Mauke: Haarausfall, Schuppen, kleine Krusten, die Haut ist gerötet und oft empfindlich.
  • Nässende Mauke: Die Haut nässt, es bilden sich gelbliche Krusten, darunter ist sie wund und schmerzt.
  • Chronische Mauke: Die Haut verdickt sich, es entstehen warzenartige Wucherungen. Man spricht dann auch von Warzenmauke. Sie gehört immer in tierärztliche Hand.

Woher kommt Mauke?

Meist kommen mehrere Dinge zusammen: Etwas schwächt die Haut, ein Auslöser setzt die Entzündung in Gang und Keime halten sie am Laufen. Typisch sind diese Faktoren:

Was steckt dahinter? Typische Hinweise
Dauernde Nässe, Matsch, nasse Einstreu Herbst und Winter, matschiger Paddock, oft beide Hinterbeine
Milben (zum Beispiel Fußräude) starker Juckreiz, Pferd stampft oder beißt sich an den Beinen, oft Pferde mit viel Behang
Hautpilz Schuppen und Haarausfall, nur dein Tierarzt kann es sicher feststellen
Bakterien nässende, eitrige Krusten, meist als Folge einer schon gereizten Haut
Sonne auf weißer Haut vor allem im Sommer, nur an weißen Beinen, schmerzhaft
Reizung von außen scharfe Einstreu, zu häufiges Waschen, unpassende Pflegemittel, scheuernde Gamaschen

Pferde mit dichtem Fesselbehang, Kaltblüter und Pferde mit weißen Beinen trifft es häufiger. Unter dem Behang hält sich die Feuchtigkeit lange. Erste Anzeichen siehst du dort spät. Welche Ursache bei deinem Pferd dahintersteckt, kann dein Tierarzt mit einem Hautgeschabsel, einem Abstrich oder einer Pilzkultur klären.

Woran erkennst du Mauke?

Am Anfang ist die Haut in der Fesselbeuge gerötet, leicht geschwollen und schuppig. Später nässt die Haut. Aus dem eingetrockneten Sekret werden harte Krusten. Bleibt die Mauke unbehandelt, können Risse und Wucherungen entstehen.

Mauke juckt oder tut weh. Manche Pferde lahmen deshalb, viele zucken weg, wenn du die Fessel anfasst. Deshalb gehört ein Blick in die Fesselbeugen fest in deine Putzroutine. Scheitel den Behang dafür mit den Fingern. So putzt du dein Pferd gründlich

Was kannst du bei Mauke selbst tun?

Bei leichter Mauke ist Pflege das Wichtigste. Das Ziel ist einfach: sauber, trocken, geschützt.

Hand mit Einmalhandschuh reinigt die Fesselbeuge eines Pferdes, daneben ein Eimer Wasser

Wie reinigst du die Fesselbeuge richtig?

  1. Zieh Einmalhandschuhe an. Manche Auslöser, etwa Milben und Pilze, kann man über Hände und Putzzeug weitertragen.
  2. Wasch die Stelle mit lauwarmem Wasser und einer milden Waschlösung. Welche passt, fragst du deinen Tierarzt. Scharfe Seifen und Wasserstoffperoxid lässt du weg, sie reizen die ohnehin wunde Haut.
  3. Lass Krusten einweichen, statt sie abzureißen. Was sich nicht von selbst löst, bleibt dran. Abreißen tut deinem Pferd richtig weh und macht neue Wunden.
  4. Tupf die Stelle mit einem sauberen Tuch oder Küchenpapier trocken. Nimm für jedes Bein ein frisches Tuch.
  5. Wasch nur so oft wie nötig. Zu häufiges Waschen weicht die Haut auf.

Solltest du den Behang scheren?

Langer Behang hält Nässe und Schmutz fest. Kürzen oder Scheren sorgt dafür, dass die Haut abtrocknet und du sie im Blick hast. Geh dabei vorsichtig vor, damit du die Haut nicht zusätzlich verletzt. Ist die Stelle sehr schmerzhaft, lass das lieber deinen Tierarzt machen.

Wie hältst du die Stelle trocken?

  • Stell dein Pferd auf saubere, trockene Einstreu und meide Matsch, wo es geht.
  • Ein trockener Paddock mit festem Boden ist in der Mauke-Zeit Gold wert.
  • Bei nasser Witterung kann eine dünne Schicht Zinksalbe die Haut vor Nässe schützen. Trag sie nur auf saubere, trockene Haut auf.
  • Ein Verband ist nur sinnvoll, wenn dein Tierarzt ihn empfiehlt. Darunter kann es feucht werden. So legst du einen Verband richtig an

Vorsicht: Ein Pferd mit Schmerzen am Bein kann plötzlich wegtreten. Arbeite seitlich am Bein, nie direkt dahinter. Lass dir bei einem empfindlichen Pferd helfen.

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Welche Hausmittel helfen gegen Mauke wirklich?

Im Internet kursieren unzählige Mauke-Rezepte. Auch wir hatten früher eine Liste mit elf Hausmitteln. Wir haben jedes davon noch einmal geprüft. Übrig geblieben ist nur eine schützende Salbe für leichte, trockene Mauke. Frag deinen Tierarzt, ob sie zu deinem Pferd passt. Viele andere Mittel halten die Haut feucht, reizen sie oder sind sogar giftig. Die haben wir gestrichen.

Mittel Unser Urteil Warum
Zinksalbe geeignet bei leichter, trockener Mauke schützt saubere, trockene Haut vor Nässe
Medizinischer Wundhonig nur nach Absprache mit dem Tierarzt wird in der Wundversorgung genutzt. Honig aus dem Glas ist dafür nicht gedacht und zieht Insekten an
Wasserstoffperoxid gestrichen reizt die ohnehin wunde Haut
Teebaumöl gestrichen kann die Haut stark reizen und Allergien auslösen
Propolis gestrichen kann Allergien auslösen, eine Wirkung bei Mauke ist nicht belegt
Sauerkraut-Umschlag gestrichen hält die Haut tagelang feucht, eine Wirkung ist nicht belegt
Leinsamenbrei-Umschlag gestrichen hält die Haut feucht, genau das Gegenteil von dem, was Mauke braucht
Schweineschmalz gestrichen hält Schmutz fest, eine Wirkung ist nicht belegt
Kieselgur gestrichen reizt die Haut, eine Wirkung ist nicht belegt
Schwefelblüte (ins Futter oder mit Öl auf die Haut) gestrichen Wirkung nicht belegt. Ins Futter gehört nichts ohne Rücksprache mit deinem Tierarzt
„Ägyptische Salbe“ aus Grünspan und Honig auf keinen Fall Grünspan ist eine giftige Kupferverbindung

Unsere ehrliche Faustregel: Ein Hausmittel ersetzt nicht die Suche nach der Ursache. Wird die Stelle unter Pflege nicht deutlich besser oder sogar schlimmer, ruf deinen Tierarzt an. Gegen Milben, Pilze oder eine tiefe bakterielle Entzündung braucht dein Pferd die passende Behandlung. Die findet nur dein Tierarzt heraus. Salben mit Kortison oder Antibiotika gibt es nur über ihn.

Grafik: Erste Hilfe bei Mauke in drei Schritten, säubern, trocken halten, Salbe oder Pflege auftragen

Wann muss der Tierarzt kommen?

Mauke ist keine Bagatelle. Breitet sich die Entzündung aus, kann daraus eine Phlegmone werden, also eine Entzündung, die das ganze Bein erfasst. Ruf deinen Tierarzt deshalb an, wenn:

  • dein Pferd lahmt,
  • das Bein über der Fessel dick und warm wird,
  • dein Pferd Fieber hat oder matt wirkt (Normalwerte für Puls, Atmung und Temperatur),
  • die Haut nässt, eitert oder Wucherungen bildet,
  • sich die Stelle unter Pflege nicht deutlich bessert oder schlimmer wird,
  • die Mauke immer wieder kommt.

Du bist dir unsicher? Schick deinem Tierarzt ein Foto und frag nach. Das geht schnell und gibt dir Sicherheit.

Wie kannst du Mauke vorbeugen?

  • Trockene Stellen schaffen: Matsch am Tor und an der Raufe mit Schotter oder Paddockplatten befestigen.
  • Morgentau abwarten: Ein Pferd mit empfindlicher Haut darf am besten erst auf die Weide, wenn das Gras abgetrocknet ist.
  • Saubere Einstreu: nasse Stellen täglich entfernen.
  • Beine nicht ständig abspritzen: Getrockneten Dreck kannst du oft einfach ausbürsten. Wenn du wäschst, danach gut trocknen.
  • Fesselbeugen regelmäßig kontrollieren, gerade bei viel Behang und in der nassen Jahreszeit.
  • Eigenes Putzzeug für jedes Pferd, vor allem, wenn ein Pferd im Stall Mauke hat.
  • Ausgewogen füttern: Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen unterstützt eine gesunde Haut. Ob dein Pferd etwas zusätzlich braucht, klärst du mit deinem Tierarzt.
  • Weiße Beine im Sommer vor starker Sonne schützen, zum Beispiel mit Schatten. Frag deinen Tierarzt, was bei deinem Pferd sinnvoll ist.

Mehr dazu, wie du dein Pferd gut durch die nasse, kalte Zeit bringst, liest du in unserem Beitrag zu Kälte beim Pferd. Was in die Stallapotheke gehört, findest du in unserer Stallapotheke.

Häufige Fragen

Ist Mauke ansteckend?

Das hängt vom Auslöser ab. Milben und Hautpilze können über Putzzeug, Decken, Gamaschen und Hände auf andere Pferde übergehen. Ob es bei deinem Pferd ansteckend ist, kann dein Tierarzt klären. Nimm bis dahin für das betroffene Pferd eigenes Putzzeug und wasch dir danach die Hände.

Warum sind meist die Hinterbeine betroffen?

Die Hinterbeine kommen mehr mit Mist, Urin und Matsch in Berührung und bleiben länger feucht. Auch weiße Beine und Pferde mit viel Behang sind häufiger betroffen. Mauke kann aber an jedem Bein auftreten.

Kann ein Pferd auch im Sommer Mauke bekommen?

Ja. Im Sommer stecken oft andere Auslöser dahinter, etwa Milben oder eine Reaktion der weißen Haut auf Sonnenlicht. Typisch sind dann scharf begrenzte, schmerzhafte Stellen nur an weißen Beinen. Lass das von deinem Tierarzt anschauen.

Welche Salbe hilft bei Mauke?

Bei leichter, trockener Mauke kann eine Zinksalbe die saubere, trockene Haut vor Nässe schützen. Frag deinen Tierarzt, ob sie zu deinem Pferd passt. Nässt oder eitert die Stelle oder wird sie nicht besser, braucht dein Pferd eine Behandlung vom Tierarzt. Salben mit Kortison oder Antibiotika bekommst du nur über ihn.

Soll ich die Krusten abmachen?

Nur, wenn sie sich nach dem Einweichen von selbst lösen. Abreißen ist sehr schmerzhaft, reißt die Haut wieder auf und kann die Entzündung verschlimmern.

Hilft eine Futterumstellung gegen Mauke?

Ein Wundermittel aus dem Futtertrog gibt es nicht. Eine bedarfsgerechte Fütterung gehört aber zu einer gesunden Haut dazu. Kommt die Mauke immer wieder, kann dein Tierarzt prüfen, ob ein Mangel dahintersteckt.

Weiterführende Links

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Dieser Beitrag ersetzt keinen Tierarzt. Im Zweifel immer anrufen.